Geranienerde

Wird die Spezialerde wirklich benötigt?

Spätestes im Frühjahr, wenn die Geranien wieder in den Balkonkasten sollen, stellt sich die Frage nach der richtige Erde. Die Antwort finden viele sehr schnell: Geranienerde! Doch ist Geranienerde wirklich nötig und was unterscheidet sie von Blumenerde oder normaler und billiger Erde vom Supermarkt?

Die Lösung für das ganze Jahr?

Geranienerde beinhalt in der Regel bereits einen Langzeitdünger, der die Pflanzen mit Nährstoffen versorgen soll. Viele sind daher der Meinung, damit wäre alles für die Pflanzen getan und sie gedeien das Jahr über prächtig. Dem ist leider nicht so. Dieser enthaltene Langzeitdünger ist nämlich in der Regel nicht lange anhaltend und je nach Hersteller der Geranienerde nach 4-8 Wochen aufgebraucht. Die Geranien müssen also dennoch das Jahr über mit extra Dünger versorgt werden. Langzeitdünger als Granulat kommt hier dann allerdings nicht in Frage, denn dieser muss direkt mit der Erde vermengt werden. Da die Erde aber bereits über einen eigenen Langzeitdünger verfügt würde hier direkt zu Beginn an eine Überdüngung stattfinden. Es ist jedoch ohnehin besser einen normalen flüssigen Volldünger oder Dünger für blühende Pflanzen zu verwenden.

Welche Vorteile hat Geranienerde?

Doch wo liegen nun die Vorteile von spezieller Geranienerde und braucht man sie? Im Grunde braucht man Geranienerde nicht, wenn man bedenkt, dass es viele tausende andere Pflanzenarten gibt und für diese müsste es dann ja auch spezielle Erde geben. Geranienerde ist so gesehen eigentlich Geldverschwendung bzw. eine gute Einnahmequelle für den Handel, denn Geranien sind schließlich die beliebteste Balkonpflanze. Frei nach dem Motto: "Wer Geranien kauft, der kauft auch Geranienerde". Zwar haben alle Pflanzen einen anderen Anspruch an den Boden, doch was eine Pflanze bis auf das letzte Prozent der Zusammensetzung genau benötigt, das weiß eigentlich keiner. Wäre dem jedoch so und die Erde 100% für Geranien bestimmt, dann dürfte sie gar nicht für andere Pflanzen verwendet werden und nun kann sich jeder die Frage stellen, warum dann auf Geranienerde in der Regel der Zusatz "auch für andere Pflanzen geeignet" aufgedruckt ist. Letztendlich sind zudem alle Pflanzen anpassungsfähig, so lange das Erdreich nicht gänzlich falsch ist. Mit Sandboden oder Lehm können Geranien nichts anfangen, mit normaler Blumenerde haben sie aber keine Probleme.

Als einzigen Vorteil könnte man die Erde an sich sehen, also deren strukturellen Aufbau und die Zusammensetzung. Geranienerde ist in der Regel hochwertige Erde vom Markenhersteller, die eine bessere Wasseraufnahme ermöglicht, lockerer bleibt und die Pflanze mit Luft versorgt, gleichzeitig aber dennoch für festen Halt sorgt. Billige Universalerde wird oft bei kompletter Austrocknung steinhart und der nachfolgende Regen dringt nicht wirklich in sie ein, sondern fließt ab. Möglich auch, dass billige Erde beim Wässern oberflächlich eine Art Matsch wird, der beim Trocknen dann die Oberfläche verkrustet. Doch braucht man für diesen Vorteil wirklich Geranienerde, die oft ein Vielfaches normales Erde kostet? Leider auch nein, denn dieses Verhalten hat eigentlich jede vernünftige, niedrig- bis mittelpreisige Blumenerde, Balkon- und Topfpflanzenerde, oder wie sie auch immer bezeichnet wird. Selbst bei billiger Erde aus dem Discounter, die im großen Sack um die 2,50 € kostet, lässt sich mit Sand, Hornspänen oder Tonkranulat nachhelfen.