Was sind Duftgeranien?

Fragen und Antworten rund um die Geranie

Zitronenduftgeranie Pelargonium crispum

Duftgeranien oder auch Duftpelargonien, wie sie korrekt heißen, gibt es in vielen Farben, stehend und hängend. Ihre Besonderheit liegt entgegen den anderen Geranien-Arten aber nicht unbedingt in der Blüte, denn diese fällt oft recht klein und weniger blühfreudig aus. Auch haben die meisten Sorten sogenannte "ungefüllt Blüten", also keine Blütenbälle, wie die gefüllten Artgenossen.

Wichtigster Aspekt der Duftgeranie sind die Blätter, die in der Regel schnell um umfangreich wachsen und auch häufig gänzlich andere Formen haben. Die Duftrichtungen sind sehr umfangreich. Sie reichen von Zitronendurft und Orangenduft, über andere Früchte und Beeren, Gerüchen von Gehölzen bis hin zu Rosenduft, Schokolade und Cola. Auch Gewürze und allgemein würzige Düfte oder Parfum sind vertreten. Häufig tragen Duftgeranien auch bezeichnugnen wie Zitronengeranie, Apfelduftpelargonie oder Rosengeranie, wobei es sich hierbei um die Duftrichtung handelt und nicht etwas bei einer Rosenpelargonien um die Form der Blüten.

Duften die Blüten oder die Blätter?

Rosenduftgeranie Pelargonium graveolens

Entgegen der häufigen Meinung und auch anderen Pflanzen sind es in der Regel nicht die Blüten, die für den Duft sorgen. Diese haben zwar oft ein einzigartiges Aroma, sind häufig essbar, und finden daher auch Einsatz in der Küche beim Aromatisieren von Speisen, aber für den frischen Duft in der Luft sind meist die Blätter verantwortlich.

Das Laub besitzt winzige Drüsenhaare, über die ätherische Öle abgesondert werden. Eine Berührung oder auch nur ein leichter Luftzug setzt diese dann in die Umgebung frei. Diese "Eigenschaft" ist vom Ursprung her keine besondere Züchtung, sondern ein Eigenschutz der Pflanze vor Fraßfeinden. Zudem wirkt die Duftgeranie so der Verdunstung entgegen, kommt also mit weniger Wasser aus als eine normale Geranie.

Helfen Duftgeranien gegen Fliegen, Stechmücken & Wespen?

Kiefernadeln-Duft Pelargonium quercifolia

Duftpelargonien gibt es mittlerweile in vielen verschiedenen Duftrichtungen, bis hin zu Schokolade und Cola. Jedoch sind nicht alle Duftgeranien in der Lage, Fliegen, Stechmücken und Wespen zu vertreiben. Entsprechende Sorten im Handel sind dementsprechend gekennzeichnet.

Allerdings sollte man bei den sogenannten "Moskitoschocker®" oder "Mosquitaway®" keine Wunder erwarten. Sie sind in der Lage, entsprechendes Getier fernzuhalten, das aber natürlich nicht bei einer oder zwei Pflanzen auf einer ganzen Terrasse oder Balkon. Die Wirkung ist in der Regel nur im unmittelbaren Umfeld zu spüren. Mehrere Pflanzen direkt um den Sitzplatz oder 2-3 Duftgeranien am geöffneten Schlafzimmerfenster können aber durchaus für einen gelungenen Abend und erholsame Nacht sorgen.

Zu den wirksamen Duftgeranien gegen Wespen, Mücken, Schnaken und Co zählen vor allem die nach Zitrone duftenden Sorten Pelargonium "citrosum", "crispum" oder "citronella" (citronellum), die nach Gehölzen riechenden Pelargonium "quercifolia" und "abrotanifolium" und die Rosenduft-Geranie "graveolens". Alle anderen Sorten riechen in der Regel einfach nur gut, "besonders" oder "exotisch", sind aber eher weniger bis gar nicht zum Vertreiben von Mücken und Wespen geeignet.

Wenn Sie zur Vertreibung von Stechmücken und Schnaken Duftgeranien kaufen möchten, dann fragen Sie bei Ihrem Gärtner nach, ob diese Sorte auch eine entsprechende Wirkung hat. Wie bereits erwähnt, hier geht es eigentlich um den Eigenschutz der Pflanze. Ob dieser Duft auch Mücken und Co. vertreiben kann, das ist sehr unterschiedlich.

Duftgeranien überwintern

Auch wenn Duftgeranien zum Pelargonium gehören, so wie die normalen Balkongeranien auch, so ist in Sachen Überwinterung doch einiges anders. Duftpelargonien sind genauso wie ihre nicht duftenden Artgenossen nicht winterfest, können aber dennoch mehrere Jahre alt werden. Entgegen normalen Geranien erfolgt die Überwinterung aber anders. Duftgeranien vertragen keinen starken Rückschnitt, auch können sie nicht dunkel im Keller überwintert werden. Möchte man seine Duftpelargonien dennoch ins Folgejahr bringen, so erfolgt die Überwinterung an einem milden, nicht zu warmen, aber sehr hellen Ort, etwa einem Gewächshaus oder Wintergarten. Die Temperaturen sollten dabei zwischen 5-20 Grad liegen.

Weitere Informationen zu Duftgeranien, dem perfekten Standort, die Pflege, Vermehrung und Überwinterung finden Sie im Artikel: Duftpelargonien pflanzen, pflegen und überwintern

Liste der Duftgeranien - Düfte & Duftrichtungen

  • Pelargonium abrotanifolium: Eberraute
  • Pelargonium album: Apfel / Minze
  • Pelargonium asperum: Waldmeister
  • Pelargonium capitatum: Rosen
  • Pelargonium x citriodorum: Orange / Zitrus (Prince of Orange)
  • Pelargonium citronellum: Zitrone (Mabel Grey)
  • Pelargonium citrosum: Zitrone
  • Pelargonium crispum: Zitrone
  • Pelargonium crithmifolium: Ingwer / Muskat
  • Pelargonium cordifolium: Apfelsinen
  • Pelargonium cucullatum: Weihrauch, würzig
  • Pelargonium denticulatum: Kiefer
  • Pelargonium exstipulatum: würzig
  • Pelargonium filicifolium: Edelraute
  • Pelargonium x fragrans: Muskatnuss / Apfel
  • Pelargonium graveolens: Rosen
  • Pelargonium grossularioides: Kokosnuss
  • Pelargonium ionidiflorum: Sellerie
  • Pelargonium x limoneum: Zitrusfrüchte
  • Pelargonium x melissinum: Zitronenmelisse
  • Pelargonium x nervosum: Zitrone / Ingwer / Cola
  • Pelargonium odoratissimum: Apfel und Zitrone
  • Pelargonium quercifolia: Kiefernadeln
  • Pelargonium radens: Rose
  • Pelargonium scabrum: harzig
  • Pelargonium x scarboroviae: Erdbeere
  • Pelargonium tomentosum: Pfefferminz
  • Pelargonium 'Brilliant': Ananas
  • Pelargonium 'Lavender Lindy': Lavendel
  • Pelargonium 'Odorata Hazelnut': Haselnuss
  • Pelargonium crispum 'Peaches and Cream': Pfirsich
  • Pelargonium 'Red Raspberry': Himbeere

Zu beachten ist hierbei, dass es bei den jeweiligen Duftgeranien Sorten auch verschiedene Kultivierungen und hybride Unterordnungen geben kann. Diese duften dann eventuell gänzlich anders als hier angegeben. Davon betroffen sind insbesondere die Sorten, die in ihrem botanischen Namen ein "x" haben.