Was sind winterharte Geranien?

Fragen und Antworten rund um die Geranie

Storchschnabel mit Biene

Um es vorab kurz zu machen, eine winterfeste Geranie gibt es nicht. Der Hintergrund dabei ist, dass es Geranien botanisch gesehen gar nicht gibt und deren Bezeichnung eigentlich nur auf einer Verwechslung zweier Gattungen beruht. Unsere Geranien sind eigentlich Pelargonien (botanisch Pelargonium) und keine Stochschnäbel (botanisch Geranium).

Geranien oder eben Pelargonien sind hybride Züchtungen der Ur-Pflanze, deren Lebensraum vor allem Südafrika und Wüstengebiet ist. Sie liebt Sonne und Hitze, aber mit Kälte kam sie in ihrer Entwicklung nie in Berührungen. Man kann sich also vorstellen, dass Geranien keinen Frost vertragen und entsprechend nicht winterfest sind.

Wo kommt die Bezeichnung dann her?

Im Grunde ist es eine reine Verkaufsstrategie, denn die Bezeichnung Geranie ist jedem bekannt. Man wird aber dennoch keine winterharte Geranie finden, aus oben erwähnten Gründen. Andere Händler bezeichnen sie zwar beim richtigen Namen, aber eben auch als "winterfeste Pelargonie", auch diese gibt es nicht. Geranie und Pelargonie ist das Gleiche.

Die korrekte Bezeichnung wäre winterharter Storchschnabel, damit wechselt man aber auch die Gattung von Pelargonium hin zu Geranium. Letzterer Name ist im übrigen für die falsche Bezeichnung "Geranie" verantwortlich. Auch ist die Bezeichnung "Storchschnabel" allgemein nicht so verbreitet, wie Geranie oder Pelargonie. Entgegen Geranien, die aus Südafrika stammen, kommen winterharte Storchschnäbel aus Eurasien, also Europa und Asien.

Deutlich wird dieses Durcheinander etwa bei Verkaufsbezeichnungen wie "Winterharte Geranien Stauden Sortiment, 6 Knollen Geranium". In diesem Produkttitel sind gleich drei Fehler: 1. Geranien sind keine Stauden, 2. Geranien sind kein Geranium und 3. sie sind nicht winterhart. Oder einfacher gesagt, es sind keine Geranien in dem Sinne, was da angeboten wird.

Geranium ist keine Pelargonie, sondern ein Storchschnabel, der ähnlich der Geranie aussieht, aber doch deutliche Unterschiede aufweist. Storchschnäbel wachsen als Stauden und sind eben winterfest und mehrjährig. Es gibt sie als Polsterstauden oder auch als kriechende Versionen als Bodendecker. In der Regel wachsen sie im Garten oder großen Pflanzkübeln, aber weniger auf dem Balkon, wobei das aber durchaus möglich wäre. Storchschnäbel lieben auch die Sonne, aber all zu heiß sollte es nicht werden. Sie kommen auch mit Halbschatten und teils mit Schatten klar, was einer Geranie wiederum gar nicht gefällt. Meist sind Storchschnäbel auch bienenfreundlich.

Was bedeutet winterhart eigentlich?

Oft wird "winterhart" mit "einjährig" gleichgesetzt, was aber überhaupt nicht stimmt. Winterhart bedeutet, dass die entsprechenden Pflanzen ja nach Einstufung der USDA-Klimazonen (Winterhärte-Zonen) bis zu -24 Grad an Frost aushalten können und so den Winter überleben. Eine Geranie kann das nicht, ist deswegen aber nicht einjährig. Geranien sind mehrjährig, müssen halt nur frostgeschützt überwintert werden.

Ausführliche Informationen finden Sie bei Geranien Arten und Geranie vs. Pelargonie.